Orchideen im Garten

Orchideen im Garten

Wer an Orchideen denkt, hat zumeist die Aufsitzerpflanzen an Urwaldbäumen oder die Zimmerpflanzen auf der Fensterbank im Sinn. Doch einige Vertreter dieser Königin der Blumen eignen sich auch für den Garten, wo sie einen ähnlichen Zauber ausstrahlen wie ihre tropischen Verwandten. Im Gegensatz diesen sind die Blüten der Gartenorchideen eleganter geformt, zarter und weniger kräftig gefärbt.

Die Pflege von Freilandorchideen gestaltet sich recht unspektakulär. Außer der üblichen Gartenpflege benötigen sie keine besondere Betreuung und können, beispielsweise während des Urlaubs, auch eine Zeit lang sich selbst überlassen werden. Nur in Extremsituationen wie andauernder Trockenheit, übermäßiger Hitze oder Dauerregen ist zusätzliche Pflege erforderlich.

Nach ausgeprägter Winterruhe sprießen die Orchideen im Frühjahr aus dem Boden. Die Blütezeit erstreckt sich je nach Gattung vom zeitigen Frühjahr bis in den Mai und Juni, vereinzelt auch bis in den Herbst. Nach der Blüte folgt die Phase der Vermehrung, in der Neutriebe und Blütenanlagen gebildet werden. Im Herbst bereiten sich die Pflanzen, der jeweiligen Gattung entsprechend, auf die
Winterruhe vor. Viele entwickeln eine Winterknospe, bevor sie im Schutz der Erde unter der Oberfläche überwintern.

Der Frauenschuh, den es weltweit in circa 50 Arten gibt, fällt mit seinen großen, pantoffelförmigen Blüten auf. Etwa zehn aus Europa, Asien oder den USA stammende Vertreter dieser farbenfrohen Orchideengattung können problemlos in wasserdurchlässigen, humusreichen Gardenböden existieren und, mit einem guten Winterschutz ausgestattet, auch längere Fröste überdauern. Knabenkräuter zählen ebenfalls zu den winterharten Gartenorchideen. In der Natur wachsen diese Sumpforchideen in Bachauen und am Fuß feuchter Hänge daher eignen sie sich ideal als Teichrandpflanzen. Die Farbpalette wird von den Farben Weiß, Pink, Rosa, Purpur und kräftigen Violetttönen bestimmt.

Das Knabenkraut verträgt, von einigen Ausnahmen abgesehen, sehr gut volle Sonne, gedeiht aber auch im Halbschatten. Eine weitere Gattung der im Garten wachsenden Orchideen bildet die Ragwurz, deren Blüten in ihrer Farbgestaltung den weiblichen Hinterleib bestimmter Insekten imitieren. Zugleich verströmen die Ragwurz Sexualduftstoffe, welche die Insektenmännchen anlocken, zu Pseudokopulationen verführen und damit die Bestäubung der Pflanze sicherstellen. Diese Orchideen bevorzugen sonnige Standorte auf durchlässigen, mageren Untergründen.

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