Selbst Tapezieren

Selbst Tapezieren

Tapeten vermögen die eigenen vier Wände in einem schicken Design zu verkleiden. Unabhängig von der Art der Tapete, erhält die ansonsten kahle Wand ein durchaus einladendes Ansichtsbild. Nicht zuletzt tragen sie auch zu einer angenehmen Wohnatmosphäre bei. Wer es richtig angeht, kann seinen Wohnraum dabei selbst tapezieren.

Wände vermessen
Nur mit dem Maßstab lässt sich der Bedarf an Tapeten ermitteln. Die Wände müssen exakt vermessen werden und die Messwerte idealerweise auf einem Zettel festgehalten werden. Eine kleine Skizze sollte folgende Informationen enthalten:

- Höhe und Breite je Wand
- Raumhöhen im ganzen Zimmer (zu berücksichtigen sind schiefe Decken und Wände)
- Türen sowie Fenstereinkerbungen
- sonstige Maßeinheiten (etwa für Bordtüren, etc.)

Eine solche Zeichnung ist von Vorteil, weil sich so die exakte Menge an Tapetenbahnen berechnen lässt. Dadurch bleiben unnötige Tapetenkosten erspart.

Auswahl der Tapete
Nicht nur der eigene Geschmack sollte eine Rolle spielen. Wer etwa Wert auf eine besonders reißbzw. stoßfeste und widerstandsfähige Tapete legt, sollte die Qualität genauestens überprüfen. Eine extra Lichtbeständigkeit sorgt dafür, dass die Tapete bei starker Sonneneinstrahlung nicht erblasst. Qualitätssymbole beschreiben ferner die Wasserbeständigkeit der Tapeten. Demnach gibt es auch abwaschbare Tapeten, was sich bei Verschmutzungen als vorteilhaft erweist.

Erforderliche Vorarbeiten
Zunächst wird mit den notwendigen Abdeckarbeiten begonnen. Insbesondere sind Möbel und Boden sowie evtl. auch Deckenleisten, Fenster sowie Türstöcke entsprechend zu schützen. Anschließend sind Alttapeten mit einem speziellen Tapetenlösungsmittel zu entfernen. Eine Analyse der Wandbeschaffenheit ist vorab wichtig. Risse und Löcher an der Wand sind mit Spachtelmasse auszugleichen. Andernfalls könnte die neue Tapete an dieser Stelle einreißen. Sinnvoll ist es zudem, Wände und Unebenheiten mit Schleifpapier oder Spachtel zu säubern.

Tapezieren
Nachdem die Vorarbeiten abgeschlossen wurden, kann mit dem Tapezieren begonnen werden. Ideal ist eine durchschnittliche Raumtemperatur von 20 Grad, wobei Zugluft vermieden werden sollte. Zunächst sind Werkzeuge und Tapeziertisch in gut erreichbarer Entfernung zu platzieren. Begonnen wird an der hellsten Stelle, für gewöhnlich also am Fenster. Schließlich lautet die Faustregel: Stets vom Licht weg arbeiten und in der dunkelsten Zimmerecke enden. Ist die erste Tapetenlänge abgemessen (evtl. hierzu einen Lot verwenden) wird am Tisch die Tapetenrolle ausgerollt, fixiert und genau abgeschnitten. Eingerechnet werden sollte pro Bahn eine Verschnittlänge von 5 cm. Diese kann später an der Wand mit einem Tapetenmesser abgetrennt werden. Ein entscheidendes Arbeitskriterium ist das Einkleistern. Der Kleister ist an der Rückseite der Tapete zu verteilen. Ecken und Seitenränder nicht vergessen. Das Kleistern der Wand ist in der Regel nicht erforderlich. Nach dem Einkleistern der Tapetenbahn, ist sie zum Weichen jeweils zur Mitte der Bahn zusammenzulegen. Nicht drücken, sondern lose Kante auf Kante zusammenlegen. Der Artikelbeschreibung kann die genau Weichzeit entnommen werden. Leichte Papiertapeten brauchen zumeist zwischen 5 und 10 Minuten.

Achtung: Weichen diese zu lange ein, könnten die Kanten zusammenkleben und später beim Aufziehen einreißen.

Im Anschluss ist die obere Tapetenhälfte aufzuklappen und an der oberen Wandkante mit einem Überstand von etwa 2 bis 3 cm zu fixieren. Ist die Tapetenbahn gerade angebracht, wird die obere Tapetenhälfte mit einer Tapetenbürste senkrecht angeklebt. Daraufhin ist mit der unteren Tapetenhälfte genauso zu verfahren. Die Bürste arbeitet hierbei immer von der Mitte nach außen sowie von oben nach unten. In den ersten Minuten kann die Tapete im Falle von Falten oder schiefer Bahn nochmals entfernt werden. Die nächste Tapetenbahn wird unmittelbar am vorherigen Seitenrand ausgerichtet.

Das ideale Ergebnis wird erreicht, indem die Kanten am Ende mit einem speziellen Kantenroller angedrückt werden. Bei Prägetapeten sollte mit einer Bürste gearbeitet werden. Zum
Schluss können Überstände am Boden und Decken mit einem scharfen Tapeziermesser entfernt werden.